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Die innere Stimme und der Lärm

* Presenting author
Day / Time: 20.03.2019, 17:40-18:00
Room: Saal 8
Typ: Vortrag (strukturierte Sitzung)
Abstract: Die meisten Menschen behaupten, eine innere Stimme zu haben, die sie anweist, etwas zu tun oder warnt, etwas Anderes zu unterlassen. Ebenso wichtig ist ein geschützter äußerer Raum, nach E. Hall Ø 80 cm, Privacy Radius siehe DIN EN 60268-16, STI <=0.2 sowie Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG.Dass die akustische Privatsphäre respektiert wird ist von existenzieller Bedeutung für das Wohlbefinden, Nichtbeachten führt zu Irritationen und Fehlentscheidungen. Innerhalb dieser Intimsphäre kann man vertrauliche Gespräche führen. Die Stimme als akustisch-philosophisches Problem kann demnach physikalisch beschrieben und ethisch erfahren werden.Die Philosophie kennt Daimonion und Genius durch Sokrates, im Wort Genie, im In-genieur, bis heute erhalten. Aristoteles legte Wert auf die seelische Fähigkeit, körperliche Bedürfnisse, emotionale Befindlichkeiten und rationale Ansprüche in Einklang zu bringen, sodass es zu vernünftigem, tugendhaftem Handeln kommt. Heute reduziert man menschliche Begabung auf Kreativität. Braucht man äußere Stille, um die innere Stimme wahrzunehmen?In welcher Beziehung steht die stille Selbsterfahrung zu Lärm?Ist die innere Stimme gesellschaftlich abbildbar oder führt das Hören auf sich selbst zu ethischen Konflikten? Darf, muss, soll die innere Stimme ein Geheimnis bleiben in einer Lebenswelt, die von globaler Selbstdarstellung breitgetreten wird? Muss man immer alles sagen?