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Pegelabhängigkeit der Mithör- und Sprachverständlichkeitsschwelle nahe der Hörschwelle von Normalhörenden

* Presenting author
Day / Time: 21.03.2019, 08:40-09:00
Room: Saal 8
Typ: Regulärer Vortrag
Abstract: Simulationen mit dem “Framework for Auditory Discrimination Experiments“ (FADE) haben gezeigt, dass individuelle Sprachverständlichkeitsschwellen im Störgeräusch von Schwerhörenden mit höherer Genauigkeit vorhergesagt werden können, wenn ein individueller Modellparameter uL, der die Unsicherheit bei der Pegelbestimmung abbildet, berücksichtigt wird. Für Schwerhörende wurden die Werte dazu mit einem Tone-in-Noise-Detektionsexperiment bestimmt. Werte, Frequenz- und Pegelabhängigkeit dieses Parameters für Normalhörende sind unbekannt. Um eine Datenbasis für die Anpassung der Modellparameter zu schaffen wurden in dieser Arbeit Sprachverständlichkeitsschwellen des Oldenburger Satztests und Mithörschwellen von Sweeps bei 0.5, 1, 2 und 4 kHz mit Hilfe eines adaptiven Verfahrens bei Normalhörenden gemessen. Die Messungen wurden mit hörschwellensimulierenden Rauschsignalen bei unterschiedlichen Lautstärkepegeln durchgeführt, um den Einfluss der individuellen Hörschwellen zu minimieren. Die Ergebnisse zeigen eine Abhängigkeit der gemessenen Detektionsschwellen vom Rauschpegel und von der Frequenz. Dabei scheinen die Mithörschwellen und die Sprachverständlichkeitsschwelle relativ zum Rauschpegel abhängig zu sein. Die Mithörschwellen zeigen auch eine Abhängigkeit der Frequenz auf. Damit deuten die Daten darauf hin, dass zur genauen Vorhersage von Sprachverständlichkeits- und Mithörschwellen von Normalhörenden ein pegel- und frequenzabhängiger Parameter uL benötigt wird. Diese Annahme muss durch Simulationen dieser Experimente mit FADE überprüft werden.